Dixi im Rennsport

Rennsport Ende der 1920er Jahre

Anfang der 1920er-Jahre, in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, begann eine regelrechte Blütephase des Motorsports. Technischer Fortschritt, steigende Motorleistungen und somit Geschwindigkeiten, steigende Popularität und zahlreiche neu entstandene Wettbewerbe prägten diese Entwicklung. Gegen Ende des Jahrzehnts geriet der Rennsport jedoch zunehmend unter Druck. Nachdem es im Frühjahr 1929 bei verschiedenen Rennveranstaltungen zu schweren Unfällen mit etwa zehn Todesopfern gekommen war, wurden am 17. Juni 1929 im Freistaat Preußen – der mehr als die Hälfte des Deutschen Reiches umfasste – sämtliche Automobil- und Motorradrennen auf temporären Rennstrecken auf öffentlichen Straßen verboten. Von dieser Regelung ausgenommen blieben lediglich permanente Rundstrecken wie die AVUS und der Nürburgring sowie Bergrennen. Bereits 1930 wurde das Verbot wieder gelockert, allerdings unter der Auflage, die Sicherheitsmaßnahmen an den Rennstrecken deutlich zu erhöhen. In dieser Phase verzichteten viele der führenden Automobilhersteller vorübergehend darauf, eigene Rennmannschaften und Werksfahrzeuge einzusetzen.

Infolge dieser Entwicklung verlagerte sich ein großer Teil des Rennsports auf private Fahrer, die in Großbritannien sogenannten „Gentleman Drivers“. Da speziell konstruierte Rennwagen für sie kaum erschwinglich waren, griffen sie meist auf serienmäßige, zivil genutzte Automobile in diesem Dixi-Fahrzeuge zurück. Diese wurden nur mit einfachen und kostengünstigen Modifikationen für den Wettbewerb angepasst. Häufig entfernte man beispielsweise die Frontscheibe, Kotflügel oder andere nicht unbedingt notwendige Bauteile, um Gewicht zu sparen. So kam es nicht selten vor, dass ein und dasselbe Fahrzeug unter der Woche als Familienautomobil diente und am Wochenende auf der Rennstrecke eingesetzt wurde. Trat während eines Rennens ein Defekt auf, konnte dies unmittelbare Folgen für die alltägliche Mobilität der gesamten Familie haben.

Auch Bobby Kohlrausch begann seine Rennkarriere als solcher Privatfahrer und finanzierte seine Einsätze bis 1930 vollständig aus eigener Tasche. Ab 1931 erhielt er jedoch Unterstützung vom BMW-Werk, das ihm modifizierte Sport-Tourenwagen des BMW Wartburg zur Verfügung stellte.

Dixi-DA1 im Rennsport
DIXIs auf der Olympia-Radrennbahn Berlin - Plötzensee. Dort fand im Sommer 1929 ein Motorsporttag statt,
mit Motorradfußball und diversen Rennen. Sieger bei den Autos war Paul Köppen.

Die Dixi-DA1 Rennanfänge
Diese Fotos zeigen den Rennfahrer Schneider aus Zittau beim Lückendorf-Bergrennen 1930.

BMW Wartburg Sport (DA3) im Rennsport
Ab 1930 brachte BMW mit dem BMW Wartburg DA3 ein Modell auf den Markt, das sich gezielt an sportlich orientierte zivile Fahrer richtete. Trotz seiner dynamischen Auslegung und der Bezeichnung „Sport“ wurde das Fahrzeug von BMW bewusst nicht als Renn- oder reiner Sportwagen vermarktet. In einem Schreiben an die Händler stellte das Unternehmen ausdrücklich klar: „Wir weisen noch besonders darauf hin, daß wir mit diesem Fahrzeug keinen Renn- oder Sportwagen bringen, sondern einen serienmäßigen Zweisitzer-Tourenwagen.“ Damit unterstrich BMW, dass es sich beim Typ Wartburg um ein sportlich ausgelegtes, jedoch alltagstaugliches Serienfahrzeug handelte.
Erfolgreiche Rennfahrer auf DA3 

Bobby Kohlrausch
Er gilt als der erfolgreichste und bekannteste Fahrer des BMW DA3. Der aus Eisenach stammende Rennfahrer gewann bereits 1930 beim Kesselbergrennen mit seinem privaten Wartburg und stellte dabei einen Klassenrekord auf. In den folgenden Jahren erzielte er mit dem Wagen insgesamt 27 Siege und 8 zweite Plätze und prägte damit maßgeblich den frühen Wettbewerbserfolg der Marke BMW im Automobilsport. Ab 1931 erhielt er zeitweise Werksunterstützung mit weiterentwickelten Wartburg-Versionen.
Erfolgreiche Rennfahrer auf DA3 

Walter Bäumer
Bäumer begann seine Karriere zunächst als erfolgreicher Motorradrennfahrer und wechselte später in den Automobilsport. Er trat ebenfalls mit dem BMW 3/15 PS DA3 Wartburg an und galt zeitweise als einer der stärksten Konkurrenten von Kohlrausch. Aufgrund seiner häufigen Einsätze auf diesem Modell erhielt er sogar den Spitznamen „Walter von der Wartburg“.
Erfolgreiche Rennfahrer auf DA3 

Huschke von Hanstein
Auch von Hanstein begann seine Rennfahrerkarriere in den frühen 1930er-Jahren mit einem BMW DA3. Später wurde er zu einer der prägendsten Persönlichkeiten des BMW-Motorsports und feierte große Erfolge unter anderem mit dem BMW 328, etwa bei der Mille Miglia 1940.
Erfolgreiche Rennfahrer auf DA3 

Ernst von Delius
später Grand-Prix-Fahrer für Auto Union; startete zu Beginn seiner Karriere ebenfalls mit dem Wartburg.

Informationen zum Bild: Bobby Kohlrausch (rechts), als Sieger des ersten Wagenrennens auf AUSTIN SEVEN. Ernst von Delius (Bildmitte) belegte den Platz 2 auf DA 3 Wartburg.
Erfolgreiche Rennfahrer auf DA3 

Hugo Laue
aus Greussen im harten Wintereinsatz
Dieser Wagen existiert heute noch im Besitz seines Sohnes Horst

Erfolgreiche Rennfahrer auf DA3 

Alex Kuzia
am September 1933 verunglückte beim Schleizer Dreiecksrennen auf diesem DA 3 der Fahrer Alex Kuzia aus Kolberg (Pommern). Er überlebte diesen Unfall mit einer Gehirnerschütterung und einem Kieferbruch. Das obere Bild zeigt Alex Kuzia bevor er mit diesem Wagen verunglückte.
Erfolgreiche Rennfahrer auf DA3 

Neben diesen hier oben genannten Fahrern sind aus zeitgenössischen Rennberichten und Archiven noch weitere Piloten bekannt, die den DA3 in Wettbewerben einsetzten:

G. Macher – einer der frühen privaten Wartburg-Piloten.

F. A. Schmidt – häufiger Teilnehmer an Rennen der 750-ccm-Klasse.

H. Wiedemann – ebenfalls in der Kleinwagen-Sportwagenklasse aktiv.

K. Thiele – gehörte zu den bekannten DA3-Fahrern der frühen 1930er-Jahre.

ein paar Impressionen des damaligen Rennsports:

So wurden der Wartburg zum Rennen gebracht.

ein Wartburg Spezial für die 2000 KM

… damals gab es auch schon Boxenluder …

Rennwagen von Bobby Kohlrausch mit Siegerkranz