Dixi-News und Aktivitäten

Wer suchet, der findet!

Auf Spurensuche mit dem Dixi

Eine der faszinierendsten Beschäftigungen im Kreise der Dixi-Enthusiasten ist die Jagd nach historischen Fotografien unserer geliebten Fahrzeuge. Doch das Sammeln der Bilder ist dabei nur der Anfang – die eigentliche Herausforderung beginnt erst danach.

Mit detektivischem Spürsinn wird untersucht, wo genau ein historisches Foto einst aufgenommen wurde. Alte Gebäude, Straßenzüge, Geländemerkmale oder sogar ein markanter Baum werden dabei zu wertvollen Indizien. Was früher wochenlange Archivrecherchen erforderte, gelingt heute oftmals mit modernen Hilfsmitteln wie Online-Karten, Satellitenbildern und Street View. Plötzlich verwandelt sich der Dixi-Liebhaber in einen digitalen Sherlock Holmes.

Ist die gesuchte Örtlichkeit schließlich identifiziert, folgt die Königsklasse der Recherche: Das historische Motiv wird mit dem passenden Fahrzeug möglichst exakt nachgestellt – natürlich nur, sofern der Ort die Wirren der Zeit überstanden hat. Dabei entstehen oft beeindruckende „Damals-und-heute“-Vergleiche, die Vergangenheit und Gegenwart auf charmante Weise miteinander verbinden.

Ein besonders gelungenes Beispiel dieser Disziplin hat bereits Helmut Kasimirowicz geliefert. Ihm gelang es, ein historisches Dixi-Foto vor Schloss Drachenburg nahezu originalgetreu nachzustellen. Ein Beweis dafür, dass sich Beharrlichkeit, Spürsinn und eine gesunde Portion Dixi-Verrücktheit durchaus auszahlen können.

Wer kennt diesen Ort?

Vor wenigen Tagen baten wir unsere Leser um Unterstützung bei einem neuen Rätsel. Helmut Kasimirowicz hatte folgende zwei historische Fotografien erhalten.

Die Bilder zeigten einen BMW Wartburg Sport (DA3) sowie eine BMW Limousine der Typen DA2 beziehungsweise DA4.

Die spannende Frage lautete:

Wo wurden diese Aufnahmen gemacht?

Auf einem der Bilder war deutlich der Schriftzug „Leuna“ zu erkennen. Die erste Vermutung lag daher nahe: Entstanden die Aufnahmen möglicherweise in Leuna in Sachsen-Anhalt?

Doch wie sich schnell herausstellte, führte diese Spur nicht zum Ziel. Zwar ist Leuna als bedeutender Standort der chemischen Industrie bekannt, die Suche in dieser Richtung erwies sich jedoch letztlich als Sackgasse.

Die Lösung des Rätsels

Mit Hilfe moderner Kartendienste begann die virtuelle Spurensuche. Gebäude wurden verglichen, Straßenverläufe untersucht und historische Ansichten ausgewertet. Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend, doch die entscheidende Bestätigung fehlte noch.

Den letzten und wichtigsten Hinweis lieferte schließlich erneut Helmut Kasimirowicz.

Nach seinen Recherchen zeigt das historische Foto die Häuser:

  • Maikäferpfad 3, Berlin
  • Eichkampstraße 82, Berlin

Die Gebäude befinden sich südlich der ehemaligen AVUS-Tribüne.

Damit war das Rätsel gelöst. Wieder einmal zeigte sich, dass historische Forschung oft Teamarbeit ist und dass eine engagierte Gemeinschaft erstaunliche Ergebnisse erzielen kann.

Von der Rennstrecke zur Autobahn

Der Fundort besitzt darüber hinaus eine besondere automobilhistorische Bedeutung. Die Häuser liegen unmittelbar an der legendären AVUS – der Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße.

In den 1920er- und 1930er-Jahren gehörte die AVUS zu den bekanntesten Rennstrecken Europas. Hier lieferten sich Fahrer und Maschinen spektakuläre Duelle auf Höchstgeschwindigkeit.

Das Erstaunliche: Der Hauptabschnitt der damaligen Rennstrecke existiert noch heute. Allerdings rasen dort keine Rennwagen mehr um Pokale, sondern Pendler und Urlauber auf der vierspurigen Autobahn.

Neue Erkenntnisse zum BMW Wartburg Sport (DA3)

Die Suche nach dem Aufnahmeort brachte noch eine weitere interessante Entdeckung ans Licht.

Historische Starterlisten belegen, dass Eugen Stößer am 22. Mai 1932 beim AVUS-Rennen in der 800-cm³-Klasse auf einem BMW Wartburg 750 an den Start ging.

Das Rennergebnis

  • Fahrer: Eugen Stößer
  • Fahrzeug: BMW Typ Wartburg (750 cm³)
  • Klasse: 800 cm³
  • Startnummer: 16
  • Ergebnis: Ausfall (DNF) nach drei Runden infolge eines Motorschadens

Der Wartburg zeigte an diesem Tag zwar viel Potenzial, hielt jedoch nicht bis ins Ziel durch.

Der „Stößer Spezial“

Eugen Stößer ließ sich davon jedoch nicht entmutigen. Wenig später entwickelte er seinen eigenen Rennwagen – den BMW KR6 „Stößer Spezial“.

Mit diesem Eigenbau wollte er 1934 ebenfalls auf der AVUS antreten. Die Geschichte hätte beinahe ein weiteres Kapitel Motorsportgeschichte geschrieben. Doch die Rennleitung machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Da Stößer nicht am vorgeschriebenen Training teilgenommen hatte, erhielt er keine Starterlaubnis.

Der Rennwagen war bereit, der Fahrer motiviert – nur die Formalitäten standen im Weg.

Fazit

Was mit einem kaum lesbaren Schild und einem alten Foto begann, entwickelte sich zu einer spannenden Spurensuche zwischen Sachsen-Anhalt und Berlin. Die vermeintlich heiße Leuna-Spur erwies sich zwar als Irrweg, führte am Ende jedoch zu neuen Erkenntnissen rund um die AVUS und die Geschichte des BMW Wartburg Sport (DA3).

So bestätigt sich einmal mehr eine alte Weisheit:

Wer suchet, der findet.

Manchmal den Aufnahmeort eines historischen Fotos. Manchmal eine fast vergessene Rennsportgeschichte. Und manchmal sogar beides gleichzeitig.

BMW 3/15 auf der Retro Classics in Essen

Die von der SIHA (S.I.H.A. = ehemaliger Veranstalter der Techno Classica in Essen, Veranstalter Techno Classica Salon 24.–27. September 2026 ) verwöhnten Besucher erwarteten bei der RETRO CLASSICS offenbar wieder volle Hallen, glänzende Chromparaden und ein Gedränge wie auf dem Oktoberfest – doch diesmal hieß es eher: viel Platz für große Schritte!

Schon das Parken wurde zum Erlebnis der besonderen Art: 18 Euro – vermutlich inklusive Premium-Asphalt und unsichtbarem Oldtimer-Flair. Wer dann dachte, das sei der Höhepunkt der Preisgestaltung, wurde an der Tageskasse sanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: nochmal 28 Euro Eintritt. Dafür bekam man dann… sagen wir mal… ein großzügig bemessenes Raumkonzept und jede Menge Gelegenheit, völlig stressfrei und ohne lästiges Gedränge durch die Hallen zu flanieren.

Die Hallen? Übersichtlich. Sehr übersichtlich. So übersichtlich, dass man sich kurz fragte, ob man sich vielleicht verlaufen hat – aber nein, das war schon alles. Große Automobilhersteller wie Mercedes-Benz, Ford, Audi, BMW oder VW hatten sich wohl gedacht: „Dieses Jahr lassen wir die anderen mal glänzen.“ Problem nur: die anderen waren auch kaum da. Ersatzteilehändler? So selten wie ein originaler DIXI im Erstlack.

Am Eröffnungstag kein Gedrängel – ein Zustand, den man sonst nur kennt, wenn man versehentlich am falschen Datum auftaucht.

Ein Lichtblick dann in Halle 1: der Stand von BMW Classic. Dort traf man immerhin auf bekannte Gesichter – den Eisenacher Freund Michael Peters, DIXI-Freund Jan Schmidt aus Heilbronn und Helmut Kasimirowicz. Letzterer ist ein echtes Messe-Urgestein und war schon 1974 hier aktiv – vermutlich waren damals sogar mehr Stände da als heute!

Das Wiedersehen war herzlich und hat die Messe eindeutig gerettet. Bleibt nur die Frage: Haben sich noch andere DIXI-Freunde auf den Weg nach Essen gemacht – oder waren die Drei schon die komplette „Großausstellung“?